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Alfonso Carlos de Borbón

Die ganze Wahrheit über das Opus Dei

(Verlag Anton Schmidt, Durach 1997)


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Der zweite Gesichtspunkt, den Pepe Rodriguez besonders unterstreicht ist die Unterdrückung und Vernichtung der Persönlichkeit, die Zerstörung der Individualität mittels ausgefeilter Methoden und Techniken. Sofern sie auf den Neubekehrten perfekt angewendet werden, gelingt es, das Paradoxon zu schaffen, daß «der Mensch - als isoliertes Individuum verstanden - sich einbildet, ein zerbrechliches und schwaches Wesen zu sein. Deshalb sucht er Schutz im Schoß der Gruppe bzw. einer Masse. Dort fühlt er sich stark und mächtig, während er in Wirklichkeit - und das ist die grausame Paradoxie - ein Stadium erreicht hat, in dem er total verletzlich und manipulierbar ist. Das einzelne Individuum handelt rational, die Masse jedoch folgt emotionalen und irrationalen Antrieben.» (22) Es ist ein Weg ohne Rückkehr, denn «wenn man in eine Sektengemeinschaft eintritt, schließt man erst recht keine vertraute Freundschaft mehr» (23).

          Als man dem Madrider Politiker und Rechtsanwalt Manuel Cantarero del Castillo die Frage stellte: «Warum sind Sie nicht im Opus Dei?», war seine Antwort kurz und bündig, aber erhellend: «Weil ich nicht bereit bin, ein Sektenmitglied zu werden» (24), mit anderen Worten, mich in fremde Hände zu übergeben.

          Schon vor einigen Jahren, im Februar 1984, lieferte der Journalist Luis Reyes in der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift Tiempo schwarz auf weiß eine Information, die gemessen an ihrer Bedeutung, leider unbeachtet blieb. Er schrieb: «Da Opus Dei wird in Deutschland zu den gefährlichen Sekten gerechnet und er dortigen Polizei auch als "Der Weg" bekannt.»

          Als sprechendes Zeugnis geben wir den offenen Brief wieder, den ein Vater an seinen Sohn, ein Mitglied des Opus Dei, richtete

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- als einen herzzerreißenden Aufschrei aus tiefster Seele: «Mein Sohn Pedro, ich wünschte, daß Du eines Tages zum Licht der Wahrheit gelangtest, daß Du das wahre Wesen der "Sekte" erkennen würdest, in der Du jetzt gefangen bist, eingesponnen wie eine ohnmächtige Fliege in die feinen Maschen eines Spinnennetzes. Diese gigantische Spinne ist der Markgraf von Peralta (Marques de Peralta'), das Netz ist sein 'Werk', das Höhlenloch, wohin er seine Beute bringt, um sie zu verschlingen, ist die Kirche des Antichristen. Eine unermeßliche Freude würdest Du mir an dem Tag bereiten, an dem Du es schaffen würdest, den dichten Netzen zu entrinnen, die Dich zur Stunde gewaltsam festhalten. Unterdessen werde ich weiterhin für Dich beten. Herzlichste Grüße von Deinem Vater, der leidet und hofft ...» (25) Das sind die Tränen eines Vaters, der gegen eine destruktive Sekte ankämpft, die - als solche - die Zerstörung (den Abbau) der früheren Persönlichkeit des Jüngers vorantreibt und ihn durch das Zerreißen seiner emotionalen Bindungen schwer schädigt.


Das verborgene und das enthüllte Geheimnis


Der Träger des Nobelpreises für Literatur 1990, Camilo Jose Cela, erklärte: «Ich bin nicht im Opus Dei weil mir die Geheimgesellschaften nicht zusagen.» Die Geheimnistuerei innerhalb

des Opus Dei ist wie eine Besessenheit, wie ein Alpdruck, wie eine Krankheit. Seine Anhänger praktizieren eine geheimnisumwitterte Abgeschlossenheit. So schrieb Santiago Aroca: «Ein anderer Mythos des Werkes ist das Geheimnis. Das Opus Dei leugnet offiziell, eine geheime Organisation zu sein.» Trotzdem statuiert Artikel 193: «Diese Konstitutionen, die bisher herausgegebenen Instruktionen und diejenigen, die eventuell in Zukunft ergehen, wie auch die übrigen Unterlagen dürfen nicht bekannt

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werden.» Mehr noch, ohne Erlaubnis des «Vaters»* «dürfen jene besagten Dokumente, die lateinisch abgefaßt sind nicht einmal in die Volkssprachen übersetzt werden». Ganz auf derselben Linie bekräftigt Artikel 232: «Das Geschäft und die Gründe unserer Berufung werden wir Außenstehenden nicht mitteilen, allenfalls sehr vorsichtig und in sehr seltenen Fällen.» Endlich proklamiert Artikel 191 den Wert der Diskretion und bestimmt, daß die An-gehörigen des Werkes «kluges Stillschweigen bezüglich der Namen anderer Mitglieder bewahren müssen und niemandem offenbaren werden, daß sie selbst zum Opus Dei gehören» (27).

          Eine der Personen, welche die Interna des Opus Dei besser kennen, ist Alberto Moncada, der nämlich der Gruppe viele Jahre lang angehörte und dort wichtige Funktionen und Tätigkeiten ausübte. Er hat verschiedene Bücher geschrieben, in denen er darauf zurückkommt, daß «die Geheimnistuerei und das Flüstern eine Manie sind, einfach unannehmbar in einer modernen Gesellschaft » (28), das Opus als einen «verworrenen Knäuel» bezeichnet und sich die Worte eines gewissen R. S. zu eigen macht, der behauptete, daß «man mit dem Opus Schluß machen muß, um es zu durchschauen» (29). Gemäß den Bedingungen, die die Leiter jenen aufzuerlegen pflegen, die das Werk verlassen, «dürfen sie ihre Erfahrungen im Werk niemandem mitteilen» (30). Aber «jede verborgene Macht, jede Verstellung widerspricht den grundlegenden Erfordernissen der christlichen Aufrichtigkeit» (31).

          Auch für Yvon Le Vaillant ist der überraschendste - und von Beobachtern am häufigsten genannte - Aspekt des Opus Dei sein «geheimer» Charakter, sein Wesen und sein Gehabe als eine «geheime Gesellschaft». Dafür gibt es genaue Anweisungen. Der Je-suitenpater Jean Beyer präzisiert, daß «die Geheimhaltung also die Mitglieder, die Niederlassungen und die Gelübde des Instituts betrifft» (32).

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Zahlreiche Maximen in dem für die Mitglieder des Opus wichtigsten Buch - «Der Weg» - bestehen auf dieser erstickenden Notwendigkeit im Werk und wiederholen sie. Es gibt ganze Kapitel, die solchen Themen wie «Diskretion» oder «Taktik» gewidmet sind und wo die Direktiven zur Geheimhaltung in mehr oder weniger ausdrücklicher Form aufeinander folgen. So können wir lesen:

          «970: Es ist wahr, daß ich dein diskretes Apostolat eine "schweigsame und tätige Sendung" genannt habe, und ich finde daran nichts zu berichtigen.»

          «639: Das Schweigen wirst du niemals bereuen, das Sprechen oftmals.»

          «654: Der Zorn hat deine Zunge geschärft. Schweige!»

          «835: Strahlen wie ein Stern ..., Sehnsucht nach der Höhe und dem Licht, das am Himmel erglänzt? Besser: brennen im Verborgenen wie eine Fackel, dabei dein Feuer an alles legen, was du berührst. Das ist dein Apostolat; dazu bist du auf Erden.»

          «840: Daß euer Leben sich so unbemerkt abspiele wie dasjenige Jesu dreißig Jahre lang verging.»

          Die Konstitutionen des Opus Dei, verfaßt 1947, beharren ebenfalls in aufdringlicher Weise auf dem Aspekt der Verschwiegenheit. Aus ihren Artikeln heben wir hervor:

Artikel 6. - «Das Opus Dei ... kann keine Zeitschriften oder andere Publikationen im Namen des Werkes herausgeben, die nicht [ausschließlich] für den internen Gebrauch seiner Mitglieder bestimmt sind; seine Mitglieder tragen keinerlei Erkennungszeichen; sie sollen mit jenen, die keine Mitglieder sind, nur vorsichtig vom Opus Dei sprechen ...»

          Artikel 189. - «Um sein Ziel wirksam zu erreichen, will das Institut als solches verborgen leben.»

          Artikel 190. - «... Die Zugehörigkeit zum Werk bringt keinerlei äußere Bekundung mit sich, und man soll vor Außenstehenden die Zahl der Mitglieder verbergen, mehr noch, die Unseren sollen mit Außenstehenden niemals über diesen Punkt sprechen. »

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          Artikel 191. - «... Mangelnde Diskretion könnte ein schwerwiegendes Hindernis für die apostolische Arbeit bilden, ja sogar Probleme im Kreis der eigenen Familie oder in der Ausübung des Berufs heraufbeschwören. Die Numerarier und Supernumerarier müssen von der Notwendigkeit überzeugt sein, ein kluges Stillschweigen bezüglich der Namen der anderen Mitglieder zu wahren und niemandem ohne besondere Erlaubnis des örtlichen Lei-ters ihre eigene Zugehörigkeit zum Werk zu enthüllen, nicht einmal in der Absicht, das Institut bekannt zu machen. Diese Diskretion verpflichtet vor allem die Mitglieder des Instituts und diejenigen, die es aus irgendeinem Grund wieder verlassen haben.»

          Artikel 193. - «Diese Konstitutionen, die bisher herausgegebenen Instruktionen und diejenigen, die eventuell in Zukunft ergehen, wie auch die übrigen Unterlagen dürfen nicht bekannt werden; sie dürfen nicht einmal in die Volkssprachen übersetzt werden.»

          Artikel 232. - «Das Geschäft und die Gründe unserer Berufung werden wir Außenstehenden nicht mitteilen, allenfalls sehr vorsichtig und in sehr seltenen Fällen.»

          Es kommt oft vor, daß zwei Mitglieder aus einem Haus, aus ein und derselben Niederlassung des Werkes, vorgeben, einander nicht zu kennen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit begegnen. Daß Angehörige ein und derselben Familie nicht wissen daß einer von ihnen zum Opus gehört. Da Leute zu ihrer Verblüffung entdecken, daß ein Freund, ein Arbeitskollege, mit dem sie seit Jahren umgehen, ihnen diese Zugehörigkeit sorgsam verheimlicht hat. Nicht selten erleben dieses Abenteuer selbst die Bischöfe, die überrascht erfahren, daß dieser oder jener Priester dem Opus angehört (33).

          Was die sprichwörtliche Diskretion und das Geheimnis angeht, womit sich das Opus umgibt, so sagt ein anderer Jesuit, Pater Heyen: «Es sei uns gestattet, hier auf die Verirrung im Apostolat hinzuweisen, welche die Säkularinstitute meiden müssen, insbesondere diejenigen, die eine gewisse Geheimhaltung zu beobachten haben. Es handelt sich um die Gefahr, unter dem Vorwand

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des Apostolats die Kommunisten nachahmen und die Umwelt zu "infiltrieren" oder sich der Befehlsgewalt und der Schlüsselposten zu bemächtigen. Man wird, und zwar mit Recht, in einem derartigen Vorgehen eine schwerwiegende Unredlichkeit gegenüber den Mitchristen erblicken. Man wird darin vor allem eine gravierende, wesentliche Verfälschung des spezifischen Apostolats dieser Institute sehen: eine solche Infiltration würde nicht etwa die Ausstrahlung des Lichtes und der Liebe Unseres Herrn Jesus Christus bedeuten; die Mittel der Verschwiegenheit würden vielmehr einen Verfall anzeigen. » (34) Und die Skandale sind eine Dauererscheinung im Opus gewesen. Allerdings im geheimen..

          General Fernando Rodrigo Cifuentes gab die folgende Stellungnahme zum Opus Dei ab: «Aufgrund meiner Stellung als Soldat betrachte ich die hohen Verpflichtungen, die der Soldat gegenüber der Nation eingegangen ist, als im Widerspruch stehend zu jedweden anderen Verpflichtungen, die man fraglos eingeht, wenn man das Reglement einer Geheimgesellschaft akzeptiert, denn ihre Infiltration und ihr Wirken sind geheim.» (35) Oberst Antonio Sanchez Camara erläuterte: «Viele, sehr viele Mitglieder des Opus leugnen ihre Zugehörigkeit zu ihm, wenn man sie geradeheraus danach fragt. Warum nur? ... Das Opus Dei ist eine verschlossene Sache, und ich finde Gefallen an den offenen Räumen. » (36)

          Der Schriftsteller Evaristo Acevedo erklärte in lockerem Tonfall, daß das Opus seine Aktivitäten mit einer großartigen Verschwiegenheit und Vorsicht umhüllt, sie gleichsam als Dienstgeheimnisse qualifiziert, «bis zu dem Punkt, daß ich nicht weiß», sagte er, «ob meine Frau, meine Brüder, Onkels, Cousins und besten Freunde zum Werk gehören. Das Geheimnis und die "Spannung", welche die Opus-Mitglieder und ihre Tätigkeiten umgeben, hindern mich daran, exakt zu beurteilen, ob seine Pläne, seine schon erfüllten und seine noch zu erfüllenden Aufgaben dem Gemeinwohl dienen oder nicht.» (37) Man darf nicht vergessen,

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daß infolge der Sektenmentalität des Opus Dei verschwiegen wird, wer dazugehört und wer nicht, und daß seine Mitglieder nur in seltenen Fällen und ausschließlich zu seinem Nutzen bekennen dürfen, dem Werk anzugehören.

          Aufgrund seiner Geheimhaltungspraxis hat man dem Opus verschiedene Spitznamen beigelegt, die sein Wesen unterstreichen, wie «Heilige Mafia» oder «Katholische Freimaurerei». Diese letztere Benennung geht auf Henri Fesquet, den hochberühmten religiösen Chronisten der Zeitung Le Monde zurück, der am 7. Juni 1956 seiner Kolumne den Titel «Mit dem Opus zurück ins Zwielicht. Eine Art katholischer Freimaurerei» gab. Dort sprach er von einer etwas seltsamen Art von Missionaren, die den Namen ihrer Organisation und die wahren Motive ihrer Tätigkeit sorgfältig verbergen.

          Man könnte dein entgegenhalten, daß seine körperschaftlichen Werke, das heißt diejenigen, die das Opus Dei als die seinigen anerkennt, existieren und man sie gelegentlich kennt. Das ist tatsächlich die einzige Öffentlichkeit, die das Opus im Rahmen seiner Aktivitäten praktiziert, aber es ist typisch, daß diese Körperschaften niemals unter ihrem eigentlichen Namen firmieren. Keine von ihnen gehört zum Onus Dei. In den entsprechenden Registern scheint nie der Name dieser zurückgezogenen Gesellschaft auf, sondern statt dessen derjenige von Stiftungen, Immobiliengesellschaften, Einzelpersonen oder irgendwelchen Han- dels- oder Kulturvereinigungen; das erschwert das Tätigwerden der Behörden bei den Körperschaften dieses Säkularinstituts. Hinterher allerdings vertrauen diese Stiftungen und Immobiliengesellschaften dem Opus Dei die geistliche Leitung der besagten Zentren an (38).

          Der Universitätsprofessor für zeitgenössische spanische Geschichte José Cepeda Adän stellte die folgende logische Überlegung an: «Ich verstehe nicht das Geheimnis und die Geheimhaltung, die das Opus Dei umhüllen, und ich werde sie niemals verstehen. Warum das? Wozu das? Wenn der Weg richtig und erhaben ist, wird er durch das Licht an Glanz gewinnen und sich den

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Gefahren der selbstsüchtigen und finsteren Erde entwinden.» 39 Im selben Sinne meinte der Autor und Journalist Antonio D'Olano: «Den Menschen unserer Zeit, die nicht zum sogenannten "Werk Gottes" gehören, fällt es schwerer, es zu begreifen, als die Rela-tivitätstheorie ... "Opuslenz"` ... Die Dunkelheit jagt mir Schrecken ein. Alles, was sie uns anbietet, ist schlüpfrig, beunruhigend. In der Dunkelheit knüpfen die Menschen weder Kontakte, und wäre es auch nur blindlings, noch vermögen sie einander von Angesicht zu Angesicht in die Augen zu blicken. Wenn wir Parteigänger von etwas sind, zu dem man sich getrost bekennen kann, warum es dann verbergen?» (40)

          Ihr Hang zur Geheimnistuerei und zur Abschottung in der Sekte hat sie dazu geführt, Paßworte und Erkennungszeichen nach dem Bild und Gleichnis der Freimaurerei einzuführen. Manchen erscheint es als charakteristisch, unter den Mitgliedern des Werkes, das schon als «weiße Freimaurerei» bezeichnet worden ist, zahlreiche Symbole, geheime Signale und Zeichen gebraucht werden. Wenn, um ein Beispiel anzuführen, sich jemand in einer Versammlung befindet und eine soeben neu hinzugekommene Person bei ihrer Vorstellung «Pax» sagt, darf man daraus nicht etwa schließen, sie sei verrückt geworden. Es bedeutet vielmehr, daß sie vom Opus Dei kommt und ihr «Losungswort» anbringt, damit, falls sich in der Gruppe eine andere zum Werk gehörige Person befindet, diese sich zuerkennen gibt, indem sie antwortet: «In aeternum» (41). Geheime, esoterische Riten.

          Gewiß erscheint ihnen die Annahme solcher Verhaltensweisen als das Gegebene zum Erzielen so beachtlicher Ergebnisse, wie derartige Praktiken sie der Maurerei beschert haben. Das Opus kopiert die Technik der Geheimhaltung als Mittel und System zum Eindringen und zur Kontrolle, mit dem enormen Vorteil, über die offizielle Hilfe von Priestern zu verfügen.

Der mexikanische Schriftsteller Manuel Magana offenbart uns in seinem Buch «Enthüllungen über die Heilige Mafia» die Exi-

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gesetzliche Möglichkeit mehr haben, sie aus dem Opus Dei herauszunehmen''.

          Die Geheimniskrämerei herrscht derart vor, daß eine dem Werk angehörende Autorität schreiben konnte: «Ich bezweifle sehr, daß eines von tausend Mitgliedern die Konstitutionen des Opus kennt» (49), , und weiter: « Auf die Frage "was ist das Opus Dei?" gibt es keine klare Antwort; sie läßt sich auch nicht gültigerweise durch die andere Frage "Was will das Opus Dei"? ersetzen, denn damit begeben wir uns auf die Ebene der "Intentionen", und das ist schwankender Boden.» (50)

          Antonio Perez, eine der Escrivä am nächsten stehenden Personen und eine Zeitlang sein Privatsekretär, erzählt 51: «Der Vater hatte immer eine große Vorliebe für das Geheime. Sie brachte ihn dazu, auf diese Dinge dieselbe Strategie anzuwenden wie auf die internen Angelegenheiten, nämlich diejenige, daß immer nur einige wenige an der Spitze von ihnen wußten und über sie mit den direkt Verantwortlichen verhandelten, während sie die übrigen Mitglieder von diesen Informationen fernhielten. Das vollzog sich vor allem mittels der Kontrolle der Unterlagen sowie der größeren oder geringeren Zugänglichkeit der Schriftstücke und Nachrichten aus Rom. Es gab sogar einen Geheimcode für die Korrespondenz, in dem jede Zahl oder Kombination von Zahlen und Vokalbuchstaben eine bestimmte Bedeutung hatte.» - «Das Buch [mit dem Geheimcode] wurde in einem [anderen] Buch mit dem Titel San Girolano aufbewahrt», erinnert sich Maria del Carmen Tapia.

          Die Tageszeitung Die Welt veröffentlichte am 4. Dezember 1991 ein Interview mit dem Theologen Hans Küng, der sich gerade in Madrid befand, um sein Buch « Entwurf für eine Weltethik» vorzustellen. Auf die Frage, ob das Opus Dei wirklich so viel Macht in der Kirche besitze, wie man behaupte, antwortete er ohne Umschweife: «Durchaus, und obwohl sie überholt ist, stützt der Papst gegenwärtig die auf verlorenem Posten stehende

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Geheimgesellschaft Opus Dei ... Das Opus ist schlimmer als eine Sekte: es ist eine verschwiegene und verborgene Gesellschaft.»


Der charismatische Führer

Sektenmitglieder sind gewöhnlich 'Sklaven eines Messias', um es mit Pepe Rodriguez zu sagen, der sogar eines seiner Bücher über die Sekten so betitelt hat. Diesem Autor zufolge gibt es in den Sekten zwei innig miteinander verbundene, jedoch voneinander vollständig unterscheidbare Lehrgegenstände. Der eine davon ist der Persönlichkeits-Mythos, der andere die jeweilige Offenbarungsdoktrin. Die Lehre vom Persönlichkeits-Mythos besteht in einer Überhöhung aller menschlichen Qualitäten des Führers bis hin zu seiner Verehrung aufgrund von Werten und Fähigkeiten, wie sie nur der Gottheit eigen sind.

          In den Sekten - so erfahren wir weiter - ist hierarchischer Rang gleichbedeutend mit geistlicher Reife, nur logisch angesichts dessen, daß die Basis der Pyramide die neu eingetretenen Jünger bilden und die Spitzenposition einzig dem Führer zukommt. Deshalb wird eine vertrauliche Mitteilung über den Meister umso größeren Wert und umso größeres Gewicht besitzen, je höher der Mitteilende in der Hierarchie angesiedelt ist. Dieser Mechanis-mus erzeugt ein weiteres Prinzip: Nur der Führer (die Spitze der Pyramide) hat das Recht auf die «beschriebene Lehre des Persönlichkeits-Mythos und darauf, durch sie verehrt zu werden».

          In der Lehre des Persönlichkeits-Mythos wird nicht bloß die Biographie des Führers vergöttlicht, sondern man dichtet ihm auch eine entsprechende Vergangenheit und intellektuelle Bildung an. Ziel ist es, den Führer in einen so hohen Rang (betreffs seiner physischen, moralischen und geistlichen Eigenschaften) zu erheben, daß kein Jünger jemals auch bloß davon träumen kann, ihn zu erreichen. Ist die Stellung des Führers einmal als «vollkommen» akzeptiert, folgt daraus das Aufhören jeder Kritik und die totale Unterwerfung des Jüngers unter den Willen des «voll-

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Gemäß den Lehren des Opus kann es in der Kirche Irrtümer geben, beim Vater jedoch nicht. 130


Totalitarismus und Fanatismus

Die vom Vater/Gründer persönlich ausgearbeiteten Grundsätze und Anweisungen sind kategorisch und lassen keinen Raum für Kontroversen. So lesen wir im Weg:

          941: «Gehorchen ..., der sichere Weg. - Dem Oberen blind gehorchen ..., der Weg der Heiligkeit. - In deinem Apostolat gehorchen ..., der einzige Weg; denn im Werk Gottes muß der Geist herrschen, ZU GEHORCHEN ODER ZU GEHEN.»

          484: «Deine Schuldigkeit ist es, Werkzeug zu sein.»

          617: «Gehorcht, wie ein Instrument in den Händen eines Künstlers gehorcht - das sich nicht damit aufhält, zu beobachten, warum er dies oder jenes tut -, in der Gewißheit, daß man euch niemals etwas befehlen wird, was nicht gut ist und nicht völlig zur Ehre Gottes gereicht.»

          622: «Wie gut hast du den Gehorsam begriffen, als du mir schriebst: "Allezeit gehorchen heißt Martyrer sein ohne zu sterben!"»

          619: «.,. vergiß niemals, daß du nur ausführendes Organ bist.» Auch die Konstitutionen des Werkes ihrerseits fließen über vom Gehorsam; wir führen als Beispiele einige ihrer Artikel an: Artikel 31.3. - «Wo auch immer sich zwei Mitglieder des Instituts befinden, ist, um sich nicht des Verdienstes des Gehorsams beraubt zu sehen, stets eine gewisse Unterordnung zu beobachten, mittels deren der eine dem anderen gemäß der Rangordnung unterworfen bleibt.»

          Artikel 148. - «Die Eingliederung in das Institut erfordert ein privates, vor der Gemeinschaft abgelegtes Gehorsamsgelübde.

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Kraft dieses Gelübdes versprechen alle Mitglieder des Instituts, Numerarier und Oblaten, dem Generaloberen und ihren eigenen Oberen in jeder Hinsicht vollkommenen Gehorsam.»

          Dem Neubekehrten des Opus Dei wird wörtlich gesagt: «Verzichte darauf, du zu sein, um Opus Dei zu sein.» (131) Es gibt keine so vollständige Selbstaufgabe zugunsten eines bürokratischen Apparats wie diejenige, die im Opus verwirklicht ist. Escrivá schrieb in einem seiner Briefe an seine Söhne: «Wer die Hand an den Pflug legt, darf nicht mehr zurückblicken.» Im Werk praktiziert man eine Unduldsamkeit auf Biegen oder Brechen, mit einer kollektiv totalitären Einstellung.

          Es gibt einen Gesang oder Hymnus, den man in den Zentren und Einrichtungen des Opus Dei oft singt. Er heißt «Lauf', Esel». (132) Eine andere Letrilla* lautet so: «Es will mir nicht aus dem Gedächtnis, / was man mir beim Kommen sagte: / Du wirst ein Schöpfrad-Esel sein, / ein Esel bist du auf immer ...»

          Kein geringerer als Antonio Senillosa, Ex-Abgeordneter und ehemaliger Hauptabteilungsleiter im Außenministerium, erklärt, er sei kein Parteigänger des «blinden Gehorchens gegenüber den Oberen», von dem die Maxime 941 spricht, und fügt hinzu, daß «der Weg mir als ein wahnhaftes Buch von erschreckender geistiger Armut erscheint» (133).

Im Werk wiederholt man aufdringlich und mit Nachdruck: «Wenn du nicht loben kannst, dann schweige! » (134)

          Der blinde Gehorsam verbindet sich mit der Kontrolle der Mitglieder; sie umfaßt die Kontrolle der Ausgaben, der Lektüre und des Stundenplans der [täglichen] Aktivitäten 135, noch unabhängig davon, daß man dem Aktivisten Richtlinien durch die Beichte vorgibt, deren Geheimnis man verletzt, um den Oberen an den politisch-religiösen Plänen des Werkes teilhaben zu lassen.

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Seite 145 :

Unterhändler und Vermittler - die Frage der Nachfolge von Juan Carlos auf den Caudillo Franco zu behandeln, in einem vom Vater und seinen getreuen Schatten aus dem Opus Dei angezettelten Komplott von Intrigen und Doppelspielen.

          Seine «heilige Unverschämtheit» verleitete ihn zu dem Ausspruch - «in einer der Chroniken, einer internen Zeitschrift aus dem Jahre 1976, glaube ich, sagte er wortwörtlich: - "Ich, der ich " von einer Fürstin aus Aragon abstamme ... » (148) Kein Wunder, daß Escrivä erklärt, «daß seine Leidenschaft für die Freiheit von dem Achtel französischen Blutes herrührt, das von seinem Großvater M. Blanc her durch seine Adern fließt»149, und -schließlich: «Ich heiße Escriba und ich schreibe.» (150) Womöglich die krummen Zeilen Gottes ...


Freimaurerei

Man weiß, daß Escrivä in der Morgendämmerung seines Abenteuers von zwei berühmten Organisationen fasziniert war: der Gesellschaft Jesu und der Freimaurerei.

          Das Opus hat sich eine militärische und stark hierarchische, pyramidale Organisationsstruktur zugelegt. Im Gegensatz zur allgemeinen Tendenz der religiösen Orden, die sich zunehmend dezentralisieren, findet hier eine Konzentration der Macht auf allen Ebenen statt, örtlich, regional, etc., und alles strömt ganz oben zusammen.

          Die Freimaurerei faszinierte Escrivä. Wenn man die Freimaurerei studiert, entdeckt man merkwürdigerweise Schritt für Schritt die perfekte Parallelität zum Opus Dei. Es ist wie eine Kopie. (151) Alles kehrt wieder: die Anwerbung durch Proselytenmacherei, die Einweihung, die verschiedenen Grade der Zugehörigkeit, der langsame aber stetige Fortschritt in der Aneignung des «Geheim-

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nisses<, die spezifischen Verhaltungsweisen unter den Mitgliedern und gegenüber den Pofnen, die Technik des Eindringens in alle Kreise, vorzüglich jedoch in die intellektuellen und gehobenen bürgerlichen Schichten, die untergeordnete Rolle, die den Frauen zugestanden wird, die Schaffung nur scheinbar eigenständiger Parallelorganisationen, etc.

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niederen Staatsämter, sondern auch auf die kirchlichen Würden richteten». (63)

          Alle jüdischen Historiker geben zu und erkennen an, daß die Konvertierten, so Joseph Kastein, «hohe Stellungen in der Organisation des Klerus» erlangten, um, gemäß der Jüdisch-Spanischen Enzyklopädie, wie etwa «Daniel Israel Bonafoy, Miguel Cardoso, José Querido, Mardoqueo Mojiaj und andere, das Marranentum als eine Methode zur Untergrabung der feindlichen Fundamente und als ein Mittel zu verfechten, das dazu beitrug, den Kampf gegen den Feind elastischer zu gestalten ... ihnen erschien die Königin Esther, die sich weder zu ihrer Rasse noch zu ihrer Geburt bekannte, als ihr Prototyp» (Enciclopedia Judaica Castellana, Band IV, Stichwort «Espana» [«Spanien»]).

          Doch man bilde sich nicht ein, daß wir lediglich in der Vergangenheitsform von etwas sprechen, was sich [auch nur] in der Vergangenheit, während einer geschichtlichen Epoche oder eines schon abgeschlossenen Kapitels ereignete. In der gegenwärtigen Kirche ist der Kryptojudaismus stark vertreten und verfügt über große Macht.

          Kardinal Bea, israelitischer Herkunft (Bea Ohim) und einer der großen Urheber des II. Vatikanischen Konzils, holte vor jeder Sitzungsperiode des Konzils Instruktionen bei den Häuptern der Verborgenen Macht durch Vermittlung der B'nai B'rith ein, um sie auf dem Konzil zur Anwendung zu bringen.64 Pius XII. persönlich hatte zum Beichtvater den Juden Bea.

          Der gegenwärtige Kardinalerzbischof von Paris Jean-Marie Lustiger wurde als Jude geboren, wuchs in der Synagoge auf und nimmt eine zweideutige religiöse Haltung ein, ist dabei ein klarer Favorit für die Nachfolge Johannes Pauls II. Er ist ein zeitgenössischer jüdischer Konvertierter, ein Kryptojude, der sich damit brüstet, in erster Linie «ein französischer Jude» zu sei 65, und sich seines «jüdischen Ursprungs bewußt» ist, «und wäre es auch bloß wegen meines Namens Aaron» (66).

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Auch unter den Ordensfrauen und im 20. Jahrhundert setzt sich das Phänomen des Kryptojudaismus fort, etwa in der Tochter Israels Edith Stein, der zum Katholizismus konvertierten Hebräerin und vor ihrem Eintritt in den Karmeliterorden in Deutschland berühmten Lieblingsschülerin des [Anm. d. Ü.: gleichfalls jüdischen] Philosophen Edmund Husserl. (67)

          In Spanien ist der berühmteste Kryptojude der letzten Zeit Josemaria Escrivä de Balaguer, Gründer des Opus Dei, ungeachtet dessen, daß - wie Pater Basilio Méramo bestätigt - «der Judaismus gegen die Kirche ist und immer ihr Feind wan>(68).


Die jüdischen Wurzeln von Escrivä de Balaguer

          Wir kommen nun zum Geheimnis der Geheimnisse, zum geheimsten der im undurchdringlichen Schweigen des Werkes aufbewahrten Schlüssel, zu dem Unaussprechlichen und zugleich zur absolutesten Wahrheit, die man erhellen, aufdecken, enthüllen muß. Es sind die mosaischen Wurzeln des Gründers des Opus Dei und die Tatsache, daß sein Werk im Dienste Israels und seiner Finanzen steht.

          Man sollte nicht den genauen und ausführlichen Namen vergessen, den er selbst kreiert hat und der im allgemeinen, trotz seiner amtlichen Registrierung, einer gewollten Auslassung zum Opfer fällt. Die Bezeichnung des Opus Dei lautet: «Priestergemeinschaft vom Heiligen Kreuz und das Werk Gottes» («Sociedad Sacerdotal de la Santa Cruz y el Opus Dei»), und schon in seinem Namen liegt der Schlüssel zu einem Geheimnis, dessen Rätsel uns der jüdische Geschichtsschreiber Cecil Roth auflöst, wenn er in seinem bekannten und verbreiteten Werk Geschichte der Marranen folgendes schreibt: «... wenn in Barcelona ein Marrane sagte "Gehen wir heute zur Kirche vom Heiligen Kreuz [Iglesia de la Santa Cruz]", so bezog er sich auf die geheime Synagoge, die

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solchermaßen bezeichnet wurde>69. Es ist ein verdächtiges Zusammentreffen, daß der von Escrivá de Balaguer für seine Organisation ausgedachte exakt und versteckterweise mit demjenigen der „geheimen Synagoge“ im bei den Juden üblichen Sprachgebrauch zusammenfällt.

          Man muß sich dessen bewußt sein, daß es tabu ist, über das jüdische Thema zu sprechen, vor allem dann, wenn man nicht Lobendes dazu zu sagen hat. Gleichwohl muß man damit anfangen, die Dinge bei ihrem Namen zu nennen und festzustellen, daß sich im Gehirn von Escrivá de Balaguer ein jüdische Geist regte, daß Escriba – wie sein wirklicher Taufname lautete – ein Kryptojude war, und daß man sein Werk weder verstehen noch deuten kann, wenn man sich nicht mit dem wesentlichen Phänomen seines inneren und äußeren Judaismus vertraut macht.

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Seite 214:

dem ehren das Blutgerüst, seine Hinrichtungsstätte, huldigen dem Marter- und Folterwerkzeug.

          Die Mitglieder des Opus Dei tragen in ihren Hosentaschen Kreuze ohne den Corpus Christi. Vom gekreuzigten Sohn Gottes akzeptiert und anerkennt das Werk als das Seinige nur ein leeres Holzkreuz. Escriväs vorgeschobene Begründung dafür war, daß die entblößten Corpora Jesu Christi gewöhnlich äußerst schlecht gemacht seien und abstoßend wirkten. Das Kruzifix ist das Symbol des Glaubens, der Kreuzesstamm der Ort, wo die Juden ihren Gottesmord begingen.

          Es ist Brauch und verpflichtende Norm, daß sich in jedem Zentrum oder Haus des Opus Hein schwarzes Kreuz ohne Christus befindet, das zweimal jährlich verehrt werden soll». 101 Diese heterodoxen Praktiken des Opus sind [von der Kirche anderweitig] ebenso zensuriert worden wie seine Geheimnistuerei, wie sein auf die Lippen gelegter Daumen.

          Wenn wir das kahle Kreuz mit der Rose verbinden, haben wir das Rosenkreuz. Die kabbalistische Alchemie kann nicht ausrücklicher und vollkommener sein.

          Fahren wir mit dem Suchen und Auffinden von kabbalistischen Elementen fort, so stoßen wir auf die Numerologie, eine traditionelle Wissenschaft, aus der die hebräische Kabbala ihre Inspiration schöpft, und auf deren Anwendung im Opus Dei nicht verzichtet werden durfte. Escrivas Buch, Der Weg, enthält exakt 999 Maximen oder Punkte welche Zahl in keiner Neuauflage verändert worden ist, die sich aber, sobald man sie auf den Kopf stellt, in die apokalyptische 666, die Zahl des «Tieres», verwandelt, was uns auf den eschatologischen Charakter des Werkes verweist. Seine historische Sendung scheint durch einen klaren Schlüssel angedeutet zu werden: es bildet, wie der Judaismus, einen der Hauptfaktoren in der ganzen apokalyptischen Epoche. Wie uns die Apokalypse sagt, ist der Name des Tieres mit Buchstaben geschrieben, deren Zahlenwert 666 ergibt.

          Unzweifelhaft ist die Zahl kein bloßer Zufall'°2.' Dante verwendete die Zahl 9 und andere Vielfache von 3 reichlich in der

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Als Firmensignet hat man bei großen dem Opus Dei nahestehenden Holdings, etwa im Falle von Rumasa, auch ein anderes kabbalistisches Symbol eingesetzt: die von einem Sechseck umrahmte Biene, was der graphischen Darstellung des hebräischen Namens «Deborah» mit allen darin mitschwingenden zusätzlichen Bedeutungen entspricht.

          Schließlich bleibt hervorzuheben, daß man unter den Mitgliedern des Opus, wie in der jüdischen Freimaurerei, über gewisse Paß- und Kennworte verfügt. Sie grüßen einander mit dem Wort « Pax», und die Erwiderung lautet «m aeternum». Das sind Worte, die Mitgliedschaft im und Identifikation mit dem Werk signalisieren - eine interne Gaunersprache zum Zweck der [versteckten] Kundgabe ihrer Zugehörigkeit, eine Art Losungswort oder spezielle Parole. Sie verwenden das Latein in ihren als Losungen oder als heilige Worte auserkorenen Redewendungen, um es unter sich zu gebrauchen, und nicht etwa zusammen mit ihren übrigen angeblichen Brüdern, den [katholischen] Christen.

          Ein Exorzismus, den man bei ihnen antrifft, besteht darin, das Bett vor dem Schlafengehen mit einigen Tropfen Weihwasser zu besprengen, sich zu geißeln, Bußgürtel zu tragen oder einmal wöchentlich auf dem Fußboden zu schlafen, zum Zeichen der Buße und um sich symbolisch an die hebräische Klagemauer zu begeben.


Die jüdischen Ghettos als Modell für das Opus

Modell und Vorbild des inneren Aufbaus des Opus Dei ist nicht die auf Nächstenliebe gegründete christliche Gemeinde. Das interne Organisationsschema des Werkes, seine Befehlsstrukturen, die Gesetze und Normen seines Funktionierens sind ein Plagiat, eine Übernahme des religiösen, gesellschaftlichen und rechtlichen Lebens der Gemeinden des jüdischen Ghettos, die durch den Talmud und die rabbinischen Gesetze des Kahal reguliert wurden.

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Escriva de Balaguer schuf das Opus nach dem Bild und Gleichnis des jüdischen Ghettos, indem er sein gemeinschaftliches Leben gemäß denselben Grundsätzen ordnete und ihm einen inneren Zusammenhalt gab, der auf den Erfahrungen, regulativen Normen und Vorschriften beruhte, auf welche sich auch das Gesetz des Kahal gründet. Wir können ohne Umschweife die These vertreten, daß Escrivä die uralten Normen jüdischen geistlichen Lebens in christliche Sinnbilder und christliche Sprechweise gekleidet hat. Es sind die alten rabbinischen Schläuche, gefüllt mit Taufwasser. Er redete christlich, dachte und fühlte jedoch hebräisch.

          Sämtliche Formen des Verhaltens wie auch die eiserne Unversöhnlichkeit außerhalb der Gruppe resultieren aus dem Geist des Talmud. Das Opus ist die Installation des Rabbinats im Schoß der katholischen Kirche.

          Escriva kannte und besaß in seiner Jugend den Geist des Ghettos, der sich in Jacob Brafmanns Buch des Kahal niedergeschlagen hat, wo Leben, Norm und Verwaltung er jüdischen Ghettos ausführlich beschrieben werden; ihn wollte Escrivä für sein künftiges Werk in Dienst nehmen, indem er ihn buchstabengetreu kopierte.

          Landläufig glaubt man, Jude zu sein heiße schlicht, die jüdische Religion zu bekennen, doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: es bedeutet nichts weniger, als einem Volk anzugehören, das von demjenigen unterschieden und abgehoben - ihnen zufolge auserwählt - ist, in dem man geboren worden ist oder lebt. Man hat die irrige Vorstellung, die Synagoge sei nichts weiter als die Kultstätte der Israeliten, wenn man nicht weiß, daß sie darüber hinaus ihre Regierungszentrale, ihre gesetzgebende Institution, ihr Forum, ihr Gerichtshof, ihre Schule, ihre Börse und ihr Club ist. (115) Die Synagoge ist die Seele des Judaismus, O zugleich mit - nicht etwa der Bibel, sondern vielmehr - dem Talmud, der sich im Kahal materialisiert; letzterem bleibt der Jude zeitlebens insgeheim unterworfen, ab dem Moment, da er das Licht der Welt erblickt, bis zu dem Punkt, da man seine sterbli-

105 Hugo Wast, Gold a.a.O., S. 14.

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chen Überreste mit Wasser wäscht, in dem getrocknete Rosen aufgekocht wurden.'

          Der Kahal - wie das Opus - verwaltet die Existenz seiner Mitglieder, unterwirft, unterjocht und dirigiert sie in unfehlbarer Manier. Der Kahal existiert überall dort, wo es einen jüdischen Bevölkerungskern gibt; ist dieser zahlenmäßig klein, spricht man von einer Kehillah, sind die Mitglieder jedoch viele und zählt dazu ein Rabbiner und eine Synagoge, handelt es sich schon um einen Kahal, der Jurisdiktionsgewalt über die Kehillahs der näch-sten und näheren Umgegend besitzt. Wenn die Mitgliederzahl der hebräischen Gemeinde beträchtlich ist, so daß sich in ein und derselben Stadt Tausende von Hebräern aufhalten - wie etwa in New York City, wo sich Millionen von Juden treffen -, richtet man einen Großen Kahal ein, der Jurisdiktionsgewalt über die Kahals des gesamten Gebiets besitzt. Der Kahal handelt wie eine unsichtbare und absolute Staatsgewalt, der sich jedes persönliche Wollen und jedes Einzelinteresse fügen muß, genauso wie im Opus Dei, der getreuen Nachbildung seines Funktionssystems. Der Kahal spricht auch Recht wie ein Gerichtshof und verfolgt [Widersetzlichkeiten] als unerbittliche Strafbehörde. Das Opus hält unablässig Gericht über seine einander gegenseitig überwachenden Mitglieder und tadelt und bessert sie. Kahal und Opus sind zwei wesensgleiche Realitäten.

          Anm. d. Ü.: Die hier beginnende Darstellung der straff organisierten jüdischen Gemeinde, des Kahal, orientiert sich maßgeblich an den von ihrem Autor Hugo Wast ursprünglich als eine Einheit konzipierten, in den späteren Auflagen gesondert voneinander herausgegebenen, ab der 23. Auflage jedoch wieder vereinigten Standardwerken «Der Kahal» bzw. «Gold» (Vgl. Hugo Wast, El Kahal - Oro, 24. Auflage [Ediciones Thau S.A.] Buenos Aires 1984). «Der Kahal» erschien erstmals 1935, «Gold» 1939; zu diesem Zeitpunkt war die traditionelle jüdische Gemeindestruktur, deren um die letzte Jahrhundertwende zumindest im Ostjudentum noch intakte Existenz Bernard Lazare in seinem o.g. 1894 publizierten Buch «Der Antisemitismus» klar bezeugte, jedoch bereits in rasch fortschreitender Auflösung begriffen; am Ende des 20. Jahrhunderts dürften Kahal-ähnliche Strukturen allenfalls noch in den strikt orthodoxen Gemeinden existieren, die aber lediglich einen kleinen Bruchteil des ge-genwärtigen Judaismus ausmachen. Das ist bei den nachfolgenden Ausführungen stets zu berücksichtigen, ändert freilich nichts daran, daß der Kryptohebräer Escrivä de Balaguer in seiner Jugend vom damals mit Sicherheit auch in Spanien noch vorhandenen (marranischen) Kahal nachhaltig geprägt worden ist.

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Handel, Politik, Wirtschaft, Religion, das Privatleben bis in seine intimsten und geringfügigsten Einzelheiten - Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, Mann und Frau, Herren und Dienern -, all das wird vom Talmud regiert und vom Kahal - bzw. vom Opus - kontrolliert, der seine [des Talmud] konkrete Ausgestaltung ist.'°6 Es besteht striktes Einvernehmen zwischen dem Rabbiner, der die Lehre ausarbeitet, und dem Kahal, der sie an-wendet, wovon die Öffentlichkeit im allgemeinen nichts weiß.

          Der Kahal und das Opus gestalten ihre innere Gesetzgebung nach ihrem Gutdünken und Belieben, [jedoch] gemäß den Maximen und Dogmen des Talmud. Verborgener ist und agiert der Beth Din, ein geheimer Gerichtshof, der im Rahmen der überlieferten Rechtspflege urteilt, wobei seine rechtlichen Grundlagen keine Gesetzestexte sind, sondern sein eigener judaistischer Geist.

          Der Betrug bestand darin, die jüdischen Gemeinden oder das Opus Dei als bloße Vereinigungen religiösen Charakters erscheinen zu lassen und unter diesem Anschein ihre wahre Natur zu verbergen. Sie präsentieren sich als harmlose Gruppen, während sie in Wirklichkeit geheime Gesellschaften sind, die jene Individuen, die ihnen angehören, in totalitärer Weise kontrollieren. 107

Die Juden, wie die ergebenen Mitglieder des Opus Dei, stellen Individuen dar, die der israelitischen Gemeinde oder dem Werk im Politischen, Wirtschaftlichen, Religiösen, Militärischen, Kulturellen und sogar im Privaten totalitär unterworfen sind. Es sind die mittellosesten und unfreiesten Menschen der Erde. Es sind Sklaven eines Wunsches und einer Verheißung. Man verpflichtet sie zur Geheimhaltung, man erlegt ihnen Stillschweigen und einen blinden, unreflektierten Gehorsam gegenüber der jüdischen Gemeinde bzw. dem Werk und ihren/seinen Leitungsorganen auf, die für die große Masse [der Menschen], sogar für die Mitglieder selbst, verborgen und unbekannt bleiben.

          Ihre einzige Freiheit besteht darin, ihren Oberhäuptern und geistlichen Leitern zu gehorchen - ein pflichtschuldiger, verschworener und zugeschworener Gehorsam in allen Dingen, in

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106 Hugo Wast, Gold a.a.O., S. 16.

107 Jean Boyer, Die schlimmsten Feinde unserer Völker a.a.O., S. 43.

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An den Jesuiten nahm Escrivá Maß für sein Werk, indem er nach deren Vorbild ein passives und gefügiges Instrument schaffen wollte, das sich über die ganze Welt ausbreiten sollte, um sie zu beherrschen; genauso wie bei den Jesuiten sollten in seiner zukünftigen Organisation sämtliche Mitglieder wie disziplinierte Soldaten auf sein Kommando hin marschieren.

Für Escrivä bedeutete es eine große Offenbarung, das Handbuch mit dem Titel Monita Secreta kennenzulernen, das nur den obersten Mitgliedern des Jesuitenordens bekannt war und dies jeweils] erst nachdemein man sich vergewissert hatte, daß sie niemandem irgendetwas von seinem Inhalt mitteilen und, wenn es für die Gesellschaft Jesu ratsam wäre, sich von ihm lossagen würden.

          Das Handbuch mit den geheimen Anweisungen wurde niemals gedruckt; es war handgeschrieben und wurde von profaner Seite erstmals in Paris im dortigen Konvent der Jesuiten entdeckt, geschrieben von der Hand des Gelehrten Brothier, des Bibliothekars der Gesellschaft. Sein Text stimmt vollständig überein mit demjenigen, das man später im Haus von Ruremonde in Belgien auffand und das beim Gerichtshof von Brüssel hinterlegt wurde, als man die Jesuiten des Landes verwies ... Die Übereinstimmung des Textes dieser geheimen Instruktionen, die nur den führenden Mitgliedern der Gesellschaft bekannt waren, schließt jeden Zweifel an ihrer Echtheit aus. Ch. Sauvestre veröffentlichte 1861 in Frankreich eine Ausgabe der Monita Secreta mit sehr interessanten und bemerkenswerten Kommentaren.

In Spanien erblickten sie das Licht erstmals als Anhang der Kurzgefaßte(n) Geschichte der Gesellschaft Jesu (Historia resumida de la Compania de Jesus) von Fernando Garrido, die 1880 erschien.

          In der Bibliothek von Rio de Janeiro befindet sich ein handgeschriebenes Exemplar, das im Jesuitenkolleg gefunden wurde, als man die Patres 1720 verhaftete.

          Die Endredaktion wird Pater Claudio Aquaviva, dem vierten General der Jesuiten und Reformator der Gesellschaft zugeschrieben, der sich [jedoch] auf Empfehlungen stützte, die er von seinen Vorgängern erhalten hatte.

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Diese Instruktionen waren möglicherweise eine Inspirationsquelle und ein unschätzbares Werkzeug in Escriväs Händen. Wir bringen nun einige ausgewählte Anweisungen, die man auch im Opus Dei befolgt und einschärft:

          * Versuchen, das Wohlwollen hauptsächlich jener zu erlangen, die in Kirche und Welt Autorität ausüben, die man eines Tages benötigen könnte.

          * Alle sollen als vom selben Geist inspiriert erscheinen und lernen, dieselben Manieren anzunehmen.

          * Man erwerbe die Besitztümer auf den Namen treuer Freunde, die lediglich ihren Namen dafür hergeben und das Geheimnis bewahren. Damit man unsere Armut besser sieht, ist es zweckmäßig, den mit jedem Kolleg verbundenen Grundbesitz auf den Namen anderer, weiter weg gelegener Niederlassungen lauten zu lassen; das wird verhindern, daß die Fürsten und Magistrate erfahren, wie hoch die Einkünfte der Gesellschaft sind.

          * Die Unsrigen sollen nur die reichen Städte mit der Absicht bereisen, sich dort niederzulassen.

          * Den alten Witwen muß man unsere extreme Armut vor Augen führen, um ihnen soviel Geld als nur möglich abzunehmen.

          * Nur der Provinzial soll wissen, auf wieviel sich unsere Einkünfte belaufen; aber die Gesamthöhe des Reichtums der Gesellschaft, in Rom, soll ein heiliges Geheimnis sein.

          * Wir müssen unsere Anstrengungen darauf richten, die Zuneigung und die Sympathie der Fürsten und bedeutendsten Personen zu gewinnen, damit niemand gegen uns vorzugehen wagt.

          * Man wird die Sympathie der Fürstinnen mittels ihrer Erzieherinnen und Dienerinnen erlangen; dazu ist es nötig, die Freundschaft dieser letzteren zu gewinnen, was das Mittel ist, überallhin Zutritt zu haben und hinter die geheimsten Geschäfte der Familien zu kommen.

          * Alle sollen sich hüten, diejenigen, die aus irgendeinem Grund unsere Gesellschaft verlassen haben, und insbesondere

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jene, die freiwillig gehen, irgendjemandem zu empfehlen oder ihnen Hilfe zu leisten, denn sie mögen sagen, was sie wollen, sie werden gegen die Gesellschaft einen unversöhnlichen Haß schüren.

          * Die Unsrigen sollen von den Bischöfen die Leitung der Pfarreien erlangen und die Pfarrkinder sollen der Gesellschaft untergeben sein, die aus ihnen alles herausholen wird, was sie kann.

          * Man wird Einfluß auf die Prälaten nehmen müssen, wenn es sich um die Selig- oder Heiligsprechung der Unsrigen handelt.

          * Die Unsrigen sollen die Fürsten und Vornehmen in solcher Weise leiten, daß es so scheint, als hätten sie nur die größere Ehre Gottes und die Gewissensstrenge im Auge.

Die Fürsten und diejenigen, die Autorität ausüben, glauben machen, daß unsere Gesellschaft hinsichtlich ihrer Weise, zu leben und zu arbeiten, die Vollkommenheit aller übrigen Orden in sich enthält, ausgenommen den Chorgesang und die äußere Strenge.

          * Weisen, die reichen Witwen zu gewinnen:

- Ihnen einen Beichtvater verschaffen, der sie dahin führen wird, daß sie im Witwenstand bleiben, indem er ihnen versichert, daß sie solchermaßen den ewigen Lohn erlangen und ein wirksames Mittel besitzen werden, den Strafen des Fegfeuers zu entgehen.

- Sie vom Umgang und von den Besuchen jener fernhalten, die ein Auge auf sie werfen.

- Die Diener entfernen, die keine guten Beziehungen mit der Gesellschaft unterhalten, indem man empfiehlt, sie durch Individuen zu ersetzen, die von den Unsrigen abhängen oder abhängen möchten, damit sie uns davon unterrichten, was in der Familie vor sich geht.

- Der Beichtvater darf kein anderes Ziel verfolgen als die Witwe dahin zu bringen, alle seine Ratschläge zu befolgen, indem er ihr, sofern er die Gelegenheit dazu hat, zeigt, daß dieser Gehorsam die einzige Bedingung für ihre geistliche Vervollkommnung ist.

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- Er soll ihr den häufigen Gebrauch des Bußsakraments anraten, in dem sie ihre geheimsten Gedanken und ihre Versuchungen aufdeckt.

- Man muß die Witwe dazu bringen, Spenden zu tätigen, indem man ihre geistliche Verfassung geschickt ausnutzt.

- Man darf sie bei der Beichte nicht zu streng behandeln, um ihr nicht lästig zu fallen, denn man könnte ihre Sympathie verlieren.

- Man muß geschickt verhindern, daß sie andere Kirchen besuchen oder an anderen religiösen Festen teilnehmen, indem man ihnen oftmals wiederholt, daß sämtliche anderen Orden gewährter. Ablässe in unserer Gesellschaft vereint sind.

- Man muß die Witwe dazu bringen, ihre Einkünfte unserer Gesellschaft zu Verfügung zu stellen, damit sie auf diese Weise zur Heiligkeit gelangt, und man lasse sie Hoffnung schöpfen, heiliggesprochen zu werden, wenn sie bis zum Ende ausharrt.

- Wenn sie zu Lebzeiten nicht alle ihre Güter hergibt, muß man sich die Gelegenheit verschaffen - hauptsächlich wenn sie krank ist oder in Todesgefahr schwebt -, sie an die Armut unserer Kollegien und an die vielen noch zu gründenden Niederlassungen zu erinnern und sie mit sanftem Nachdruck dahin zu führen, zu diesen Unkosten beizutragen, wenn sie in die ewige Herrlichkeit eingehen will.

- Wenn man uns etwas anbietet, soll man die Gelegenheit, es anzunehmen, nicht verpassen.

          * Was von den Witwen gesagt worden ist, gilt auch für die Geschäftsleute, für die reichen Eheleute ohne Kinder, bei denen die Gesellschaft erbberechtigt sein wird, wenn die angegebenen Mittel mit Klugheit zur Anwendung gebracht werden.

          * Die frommen Personen, die eifrig nach der Vollkommenheit streben, muß man veranlassen, ihre sämtlichen Güter der Gesellschaft zu schenken, um die höchste Vollkommenheit zu erreichen.

          * Wenngleich mit kluger Vorsicht, muß man Furcht vor der Hölle einflößen, oder wenigstens vor dem Fegfeuer, wobei

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man ihnen vor Augen stellt, daß, wie das Wasser das Feuer, so das Almosen die Sünde auslöscht.

          * Man muß aus unserer Gesellschaft diejenigen ausstoßen, die Skrupel haben, für die Gesellschaft Güter und Reichtümer zu erwerben.

          * Wie man mit den aus der Gesellschaft Ausgestoßenen verfahren soll:

- Bevor sie ausgestoßen werden, sie verpflichten, schriftlich zu versprechen und zu schwören, daß sie nichts zum Schaden der Gesellschaft sagen oder schreiben werden. Die Oberen sollen, aufgeschrieben von den Ausgestoßenen selbst, deren böse Neigungen, ihre Fehler und Laster, die sie, wie es in der Gesellschaft Brauch ist, zur Entlastung ihres Gewissens bekannt haben, aufbewahren; die Oberen sollen sich ihrer notfalls bedienen, um sie den Fürsten und Prälaten bekanntzumachen.

- Man muß die Ausstoßungen allen Kollegien schriftlich ankündigen, dabei die dafür maßgeblichen Gründe übertreiben, um zu verhüten, daß sie mit ihnen Verbindung auf-nehmen, auch überall sagen, daß die Gesellschaft niemanden ohne gewichtige Gründe ausstößt, genauso wie man nur die Leichen ins Meer wirft.

- Bei den häuslichen Ermahnungen soll man sich bemühen, alle Mitglieder davon zu überzeugen, daß die Ausgestoßenen unbeständige Individuen sind, und dabei das Unglück derjenigen übertreiben, die wegen ihres Austritts aus der Gesellschaft elendiglich zugrundegehen werden.

- Wenn man irgendetwas Unwürdiges oder Tadelnswertes in ihrem Benehmen entdeckt, soll man es bekanntmachen ... Solchermaßen müssen die Ausgestoßenen und vor allem diejenigen, die freiwillig die Gesellschaft verlassen, vollständig ausgetilgt werden.

          * Man muß mit großer Behutsamkeit darangehen, die Männer auszuwählen, die Talent besitzen, gutaussehend und adelig sind oder [sonstwie] hervorragen.

          * Man muß ihnen zu verstehen geben, daß sie nur durch eine besondere Gnade der göttlichen Vorsehung unter so vielen ausgewählt wurden, die das Kolleg besuchen.

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          * Bei den Predigten muß man sie tadeln und ihnen mit der ewigen Verdammnis drohen, wenn sie der göttlichen Berufung nicht Folge leisten.

          * Man muß sie wirksam davor warnen, ihre Berufung irgendeinem ihrer Freunde, ja selbst ihren Eltern zu offenbaren, bevor sie zugelassen worden sind ...

Diese Auswahl beweist, wie Escrivá plagiierte, wortwörtlich abschrieb, die Instruktionen in Kraft setzte und vollzog, die er aus seinem Handbuch Monita Secreta bezogen hatte. Ohne diesen Text wäre es ihm schwergefallen, das Opus Dei in Gang zu setzen.


Die Weltregierung, die Neue Weltordnung und das Opus Dei

Ein Journalist der französischen Zeitung Le Monde fragte sich bereits 1972, ob man von einer «Verschwörung des Opus Dei» sprechen könne (189), denn die theologischen Manöver vermögen die verborgene, die Schattenseite des ultrageheimen Apparats des judaistischen Projekts der Welteroberung zu tarnen; in diesem Falle wäre das Opus Dei eine strategische Waffe dieser Großen Verschwörung.

          Eines ist sicher: «Sämtliche Mitglieder des Opus Dei sind davon überzeugt, dem Orden anzugehören, der die Welt mit Hilfe moderner Waffen, "grauer Materie" und Geld, das die Kontrolle der Öffentlichen Meinung sicherstellt, erobern wird». Diese Notiz erschien zuerst in der französischen Zeitschrift Le spectacle du Monde (190).

          Der Mythos, die Legende und die Feststellung der Existenz von geheimen Regierungen, Supermächten und starken Kräften, die im geheimen und verdeckt agieren, sind nicht neu; ..... (S. 275)